Master and Commander: Bis ans Ende der Welt

Im Jahr 1805 vor der Küste Brasiliens: Jack Aubrey (Russel Crowe), der Kapitän des britischen Kriegsschiffes Surprise hat den Auftrag, das französische Kaperschiff Acheron zu finden und zu versenken. Doch die Jagd beginnt ganz anders als erwartet. Wie aus dem Nichts taucht die Acheron auf und greift die Surprise an. Der französische Segler erweist sich als technisch weit überlegen. Nur mit viel Glück und mit Hilfe des Nebels entkommt die Surprise dem Untergang.

Jacks Schiff ist schwer beschädigt. Doch er gibt nicht auf. Bis in den Pazifik verfolgt Kapitän Aubrey die viel schnellere und besser bewaffnete Acheron.

Selten zuvor hat man längst vergangene Zeiten derart lebensnah auf der Leinwand erlebt. Peter Weir inszeniert die Realität eines Segelschiffes aus dem 19. Jahrhundert glaubhaft bis ins letzte Detail. Nicht nur die knarrenden Schiffsplanken und die Uniformen erwecken diesen historisch exakten Eindruck. Der Film vermittelt auch den Geist jener Zeit.

Die aufstrebenden Naturwissenschaften verfügten noch über ein unbegrenztes Potenzial zur Lösung aller Probleme. Entsprechend optimistisch war der Bildungsbegriff. Wer sich bemühte, der konnte alles lernen.

„Master & Commander“ ist ein historischer Kriegsfilm und ein verfilmter Entwicklungsroman. Jack Aubreys Fahrt über die Weltmeere ist gleichzeitig eine Reiseetappe in seiner persönlichen Entwicklung.

Krieg war zu jener Zeit noch blutiges Handwerk und nicht mörderische Technologie. Doch trotz der spannenden Kampfszenen tritt das Schlachtgeschehen thematisch in den Hintergrund.

Der Film handelt von Pflichterfüllung und Entschlossenheit. Und Kapitän Jack Aubrey ist ein ganz Entschlossener. Gelegentlich droht dieses bedingungslose Streben nach dem Ziel sogar in gefährliche Besessenheit umzukippen.

Auch sein Freund und Ratgeber, der feingeistige Arzt Stephen Maturin (Paul Bettany) kann in dieser Hinsicht bei Jack wenig ausrichten.

Aber nicht alles lässt sich erzwingen. Die Umstände verlangen von Jack, sich zu entscheiden: Pflicht oder Menschlichkeit? Schweren Herzens lässt er die Acheron ziehen. Dafür gewinnt er die Erkenntnis, dass nicht nur der direkte Weg zum Ziel führt.