Der Cuba Coup – Hacerse el sueco

Ein deutscher Ganove taucht in Kuba unter, weil ihm das Pflaster in seiner Heimat zu heiß geworden ist. Er gibt sich als schwedischer Literaturprofessor aus und findet ausgerechnet bei der Familie eines Polizisten Unterschlupf und Anschluss.

Da er auch in Havanna der Beschäftigung des bewaffneten Straßenraubes nachgeht, gerät seine falsche Identität bald ins Wanken. Dass er sich auch noch in die Tochter des Hauses verliebt, macht die Situation nicht einfacher.

Die höchst amüsante Krimikomödie mit Tiefgang ist eine Freude für jeden hartgesottenen Cineasten, aber eine Prüfung für uns gewöhnliche Filmfans, wenn sich herausstellt, dass der Film mit der interessantesten Story der Woche nur in Originalfassun mit Untertiteln zu konsumieren ist.

Dass der Film mit deutscher Beteiligung in der Karibik unter Palmen gedreht wurde, weckt zusätzliche Befürchtungen. Doch Daniel Díaz Torres gelang mit dem Film eine wirklich sehenswerte Komödie.

„Es war einmal in Havanna.“ Auch wenn Díaz Torres die Geschichte als Märchen erzählt, zeigt der Film so realistisch wie kein anderer und abseits jeder Buena-Vista-Social-Club-Romantik das Alltagsleben der Menschen im krisengeschüttelten Kuba.

Aus diesen spezifischen kubanischen Bedingungen heraus entwickelt Díaz Torres die Situationen und menschlichen Konflikte voller Komik.

„Hacerse el sueco“ heißt wörtlich übersetzt den Schweden spielen und bedeutet in Lateinamerika sprichwörtlich auch das Unschuldslamm oder den Dummen mimen. Damit Björn und seine geliebte Alicia zu ihrem Happy End finden, muss nicht nur der von Peter Lohmeyer gespielte Björn „den Schweden spielen.“

Sogar Alicias Vater, der hochmoralische Gesetzeshüter drückt ein Auge zu. Bei seinem entlarvenden Blick auf den moralischen Pragmatismus der Menschen denunziert Díaz Torres seine Figuren nicht. Voller Liebe betrachtet er menschliche Schwächen und Kompromisse.

Die Schauspielerin Ketty de la Iglesia gibt bei ihrem Kinodebut an Lohmeyers Seite eine Alicia zum Verlieben. Wirklich schade, dass der Film nicht den Weg ins Synchronisationsstudio gefunden hat. Doch wegen ein paar Untertitel sollte man sich diesen Film nicht entgehen lassen. Eine absolute Empfehlung.