Kebab Connection

Ibo (Denis Moschitto) träumt davon, den ersten deutschen Kung-Fu-Film zu machen. Mit einem erfolgreichen Kinospot, den er für seinen Onkel, den „King of Kebab“ dreht, lässt sich Ibos Filmkarriere ganz gut an.

Doch dann wird Ibos Freundin Tizi (Nora Tschirner) schwanger. Ibos Vater (Güven Kirac) will keine Deutsche als Schwiegertochter, sondern eine Türkin, wie es sich gehört. Und Ibo braucht für Tizis Geschmack etwas zu lange, um auf die Situation richtig zu reagieren. Sie gibt ihm den Laufpass.

Der Vater will keine deutsche Frau für seinen Sohn. Der Kebab-Onkel ist mit dem griechischen Lokalbesitzer von gegenüber verfeindet. Und die beiden, die sich bisher über die kulturellen Grenzen hinweg liebten, trennen sich nun auch. Was soll man da bloß machen? Anno Sauls Antwort lautet: „darüber lachen!“

Der Film blickt liebevoll auf alle vertretenen kulturellen Lager. Und schon schrumpfen die fremd anmutenden Verhaltensmuster auf die gleiche Dimension wie unsere eigenen, täglich praktizierten kleinen menschlichen Schwächen. Die Lächerlichkeit überwindet als kleinster gemeinsamer Nenner alle kulturellen Unterschiede.

Ibo hält Kung-Fu-Filme für die Königsklasse des Filmschaffens. Aber eine gute Komödie machen, ist wahrscheinlich doch noch eine Spur schwieriger. Anno Saul hat diese Herausforderung gemeistert.

„Kebab Connection“ wartet nicht mit übertriebenem Tiefgang auf. Doch gerade die Reduktion komplexen Verhaltens auf die einfachsten Muster bewirkt den befreienden Aha-Effekt. Anno Saul bedient sich aller greifbaren Klischees, aber er bedient die Vorurteile nicht. Das ist der entscheidende Punkt.

Wenn man sieht, mit welcher Leichtigkeit sich Anno Saul da und dort mit dem Genre spielt, wird klar, dass die Gewichtung zwischen Archetypen und Komplexität nichts mit dem Erreichen irgend eines persönlichen Limits zu tun hat. Der Film ist so, weil das genau so geplant war. Vom Potenzial und vom Fingerspitzengefühl her dürfen wir von Anno Saul noch viel erwarten.